christliche Literatur – Der brennende Mensch

Eine weitere Textprobe eines in die Jahre gekommene Textes. Nach wie vor aktuell.

Arbeitstitel: „Der brennende Mensch“

Genre: Spirituelles Road-Novel, moderne Erbauungsliteratur, Gospel-Literatur

“Wenn Du durchs Feuer gehst, wirst Du nicht versengt, keine Flamme wird Dich verbrennen.“
Jesaya 43, 1-2

…Er ging gegen Abend zurück auf den Hof. David zog sich in eine Scheune zurück und nahm das Schweißgerät. Jakob hatte einige Eisenrohre neben der Scheune gestapelt. David hatte sein Einverständnis, die Rohre zu verwenden. Er suchte sich zwei angerostete aus, setzte die Schweißerbrille auf und entzündete den Brenner. Die Flamme war heiß und er hielt sie auf ein Rohr, es zu kürzen. Funken stieben und das Eisen glühte.  David maß ab und verband die Rohre zu einem Kreuz. Es war als wollte er die Erinnerung an seinen Bruder festhalten. Er schweißte ein Wegkreuz. Er arbeitete wie von Sinnen, bis in die Nacht hinein.  Jakob sah kurz in die Scheune und ging wieder. Beiläufig  bemerkte ihn David und arbeitete doch in Rage weiter. Ihm war , als geleitete er Elia vom Totenlager hinüber in die Ewigkeit.  Tränen perlten in die Flamme und zischten. Die Erinnerung an Elias ausgemergelten Körper verglühten. David erschuf ein Abschiedsgeschenk an seinen Bruder. Vielmehr arbeitete er an einem Gebet um die Errettung dessen Seele. Die Hoffnung für Elia  trieb ihn an. Alles Metall  aus Trauer, Zweifel, Hoffnung und Liebe bündelte sich in der Glut zu einem Mahnmal aus Stahl, einem Stossgebet um Erbarmen, Barmherzigkeit und Vergebung. Das Resultat erhob sich in der Werkstatt. David hielt inne und drehte das Schweißgerät ab. Er legte es beiseite und öffnete die Türe in die Nacht hinaus. Er trug das Kreuz vor die Scheune und  lehnte  es an die Scheunenwand. Im Mondlicht schimmerte es luzide. Er löschte das Licht in der Werkstatt und ging am Viehstall vorbei ins Haus. Er war bemüht leise zu sein, war es doch bereits nach Mitternacht. Er ging auf sein Zimmer und auf den Balkon. Er sah hinab zu meinem Werk, das dort unten stand. Es war als stünde Elia dort. Er lehnte mit verschränkten Armen an der Scheune und sah zu David hinüber. Im nächsten Moment zerschmolz sein Blick zu einem silbernen Kruzifix. Er löste sich vom Anblick des Kreuzes.  Mit seinem Blick entschwand auch Elia. David schloss die Balkontür und legte sich schlafen. Er ließ seinen Bruder gehen. Ermüdet schlief er ein…

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