Die Rose von Kairo 2.3

„Ich will dich fressen“, sagte sie und beschrieb ein Gefühl. Doch es war das, was sie tat. Sie verspeiste mich und zugleich war es, als sei ich in eine Schlangengrube eingedrungen. Vergiftet war ich ab dem Moment, indem ich mich in ihr wand. Es war ein Unglück, dessen Grund ich nicht kenne und nur das Gift selbst. Sie war sich ihrer zerstörerischen Natur kaum bewußt. Alles was wir taten, war zu lieben, ohne zu verstehen.

Ich fragte mich, ob sie mich in dieser Nacht verhexte, eine magische Formel sprach, indem ich in ihr war. Sodann  sprach ich wenig.

Was folgte war, dass sie mich mit ihren Körpersäften nährte und mich an sich band. Mich auffraß und begann zu verdauen. SIe ging an diesem Morgen, ohne sich zu vergewissern, ob es mir gut ginge. Sie ahnte, dass etwas geschehen war.

Ich blieb kraftlos liegen, um Freiheit und Freude gebracht in einem einzigen Sexualakt. Wie erdrückt sprach es in mir, eine Stimme um meine Zerstörung zu verhindern, meine Eingeweide zu behalten und mich aus dem Bann zu lösen.

Ich lag auf dem Bett, nackt, zu Teilen vom Leintuch bedeckt, mit einem Virus geimpft, mit Blindheit der Liebe geschlagen.

Ich bin jetzt schon vom Festhalten an ihr infiziert. An ihrer Person, zu der sie  gemacht werden wollte, zu einer Person, die sie nie war.

Als ich den Traum träumte, sah ich nur das engelhafte Wesen und war fasziniert. Ich sah nur ihr Lächeln, ihren hypnotischen Blick und lächelte verklärt zurück, als sie mir beim Liebesspiel einen Dolch in die Eingeweide rammte. Jetzt ist dieser Engel des Lichts entschlüsselt und ich weiß, dass ich eine Frau liebte, die mich zerstörte.

…demnächste mehr…

Die Rose von Kairo 1.4

Ich denke an die Nacht, bevor diese Qual begann. Meine Welt brach zusammen, unter ihr. Ich schlug im freien Fall auf. Ein Sog, eine Spirale, die mich nach unten sog, mich aus dem Leben warf, da ich, von ihr eingenommen, die Gefahr nicht sah und ihr in meinen Untergang folgte. Ich tanzte ihn mit ihr, um dann zu Boden zu schmettern.

Auf den kalten Kacheln einer Nasszelle, in der ich sie Tags zuvor geliebt hatte, fiel ich auf die Knie und empfing ihre Strafe. Hier kniete ich und flehte zu Gott, der Qual ein Ende zu bereiten.

Hier zersprang, als Quittung meines leidenschaftlichen Tanzes mit ihr, meine Seele. Der Endpunkt von Partys, Nächten. Nächte mit ihr. Hier stoppte der Fall, indem ich aufschlug und meine Seele in einem eisigen Stoß meiner Emotionen direkt in mein Hirn implodierte.

War sie erst bei mir und gebot meiner Zerrüttung Einhalt, ging sie dann und überließ mich einer quälenden Welt, die aus den Fugen geraten war. Sie war verklebt und in mir verkrustet. Durch sie und ihre verzehrende Vereinnahmung, die nichts von mir hinterließ, als das was ich war, ein verzweifelter junger Mann, ein Opfer seiner Leidenschaft in einer gerade erst beginnenden Leidenspassion der Liebe.

Weiteres demnächst…