Unter Deinen Bäumen

Unter Deinen Bäumen
leg‘ ich mich zur Ruh‘

Sehnsuchtsvoll mein Herz
wie eine rosefarbene Träne.
Eine Perle des Schiffbruchs.

„Für mich ist die Erde aus Glas“
und wir gehen
Hand in Hand.

Wie lieb Du bist,
regentriefende Weide.
Ein Leben ohne dich,
vor dem Winter
wärmt Deine Berührung.

Das ruhige Branden des Meeres
ist Deine Stimme.
Meine Wut schmilzt
unter Deinen Bäumen.

Unter Deinen Bäumen
leg‘ ich mich zur Ruh‘

aus Carsten Weigelt „Gedichte in Eden“

Das Geheimnis des Schreibens

Ich will eine Begegnung vor kurzem zum Anlass nehmen, das Schreiben etwas genauer zu betrachten und meine Erfahrung damit zu schildern. Ich saß mit einem Freund in einem Cafe und er sprach von seinen Schwierigkeiten, eine wissenschaftliche Arbeit für die Universität zu verfassen. Schreiben gebar sich ihm wie das „Herausschneiden eines Stück Fleisches“, was ich zum Anlass nahm ihm meine Erfahrungen und mein Wissen über das Schreiben bzw. das Überwinden des inneren Zensors und der Fähigkeit zu schreiben mitzuteilen.
Schreiben war auch für mich nicht heiterer Natur, sondern eher schwerfällig, tiefgehend, Leidenschaft, Passion und immer auch eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Werk, das Ringen um Zufriedenheit und ein Kampf mit der Selbstkritik.Wenig später schickte ich diesem Freund das Buch „Schreiben in Cafes“, ein meines Erachtens guter Ratgeber bzw. ein gutes Sachbuch zum Schreiben. Ich hoffe es hilft ihm.
Ich selbst beschäftige mich schon mehr als ein Jahrzehnt mit Büchern, Texten und Schreibtechniken. Angefangen hat es mit kleinen Schreibversuchen Ende der Neunziger. Ein paar verhältnismäßig unbeholfene Texte sind damals entstanden. Für mich wurde es schnell zum Ziel, literarisch zu schreiben. Mit Jahren hat sich eine kleine Sammlung von Büchern zum Schreiben, Ratgeber zum Kreativen Schreiben, zum Beruf des Autors, ein Lektorenverzeichnis und ähnliches entwickelt. Vieles thematisiert Techniken, um in den Schreibfluss zu kommen.
Ich hatte von Jugend an eine Affinität für das Schreiben und den Mythos der Literaten und Schriftsteller. Ich las viel, was nun nicht die schlechteste Vorraussetzung zum Schreiben ist.
Besonders war für mich das Absolvieren einer Schreibwerkstatt und jenem damit verbundenen Schreibfuss, dessen ich mich noch heute erfreue. Seitdem sind diverse Prosa Projekte entstanden. Doch immer blieb das Schreiben eine Tätigkeit, die zwar in der Lage war meine Erfahrungen zu transportieren, doch es blieb eine Auseinandersetzung und ein Ringen um Zufriedenheit mit dem eigenen Werk. Eine Weile arbeitete ich mit einer Lektorin zusammen. Dies war für kurz eine Lösung für die Suche nach Rezension meiner Schreibprojekte. Es war für mich notwendig Meinung zu bekommen. Da Schreiben eine einsame Tätigkeit ist und man erstmal ohne Anerkennung arbeitet, war es für mich immer schwer ohne Beurteilungen meines Werkes zu arbeiten. Vielleicht ist es das Ringen, das Motivation mit sich bringt, doch auch die Suche nach einem Verlag ist schwierig und trägt nicht unbedingt zur Leichtigkeit des Seins in Bezug auf das Kreative Schreiben. Ich habe meine Texte wieder und wieder überarbeitet, doch ich warte immernoch auf Zufriedenheit. Manchmal vergeht Zeit, bis ich wieder an meinen Erzählungen arbeite. Manchmal fehlt mir auch einfach die Lust. Nach all den Jahren des Arbeitens, des Umformulierens und Überarbeitens warte ich weiterhin auf meinen Lohn der Mühe. Vor geraumer Zeit besprach ich mein aktuelles Werk im Zuge eines Werksstipendium mit einem Schreibcoach. Ich gewann weitere Hinweise um meine Schreibe zu verbessern. Ich schrieb viele Stunden in Cafes. Es gab gar eine Zeit, da ich nichts anderes Tat als zu schreiben. Doch derzeitig ist mir ein Leben als Autor nicht vorstellbar. Es ist zu einer Nebenbeschäftigung geworden. Der Weg zum Erfolg ist lange und beschwerlich. Um mit meinen Texten an die Öffentlichkeit zu gelangen kokettiere ich mit einer Lesung. Ich las bereits auf verschiedenen Poetry Slams, doch einen Abend mit meinen Texten zu füllen wäre mir ein Anreiz. Nun, das Schreiben ist ein schwieriges Unterfangen und vom therapeutischen Wert abgesehen, eine Tätigkeit , die Leser braucht. Erst mit der Publikation folgt der Gewinn. Nach einer langen Zeit der Selbstkritik und dem Verlangen nach Verbreitung folgt wohl Publikum und somit sind die unzähligen Stunden der Unsicherheit und die ungestillte Leidenschaft aufgehoben.